Steinerwirt 1493 Zell am SeeDas Gastgewerbe in Zell am See verdankt sein Entstehen dem Tauernverkehr (Saumhandel) und dem Bergbau. Der Handel über die Hohen Tauern spielte sich lange Zeit als Tauschhandel ab: hinüber Salz, herüber Wein und Südfrüchte. Die Weinwirte zu Zell, auch der Steinerwirt, haben diesen Saumhandel am meisten betrieben, weil sie von Italien herauf Wein brauchten.
Der Steinerwirt ist eingetragen als Haus mit der Bestandsnummer 3 und ist deshalb wahrscheinlich eines der ältesten Objekte im Pinzgau. Schon in einem Urbar von etwa 1350 wird der "Steinerwirt" als "ganzes Weinlehen" (ein Gut mit rund 5 Tagwerk Ackerland) erwähnt, ebenso in einem Urbar von 1493. Laut Hofurbar von 1622 ist das Haus versehen mit "radiziertem Wirtsgewerbe": "ain Hauß, Gärttl und Hofstath genannt GAISSTAT oder AICHHORN-Hauß mit Pflanz- und Krauthgarten", auch "Hauß, Gärttl und Hofstatt, genannt die GEISSLER-Behausung" oder an anderer Stelle "ain mehrerntails Undtermauertes Hauß das GAISSTATH oder AICHERN (Aichhornhaus) benambset und ain Pflanz- und Krauthgarten darbey" - im Jahre 1635 auch "WEINLEHEN am Veld" genannt oder als "GARTNER WEINLEHEN oder RIEGERLEHEN" bezeichnet, aus dem es "ohne Laßung" laut Urbar gebrochen. Seit 1600 sind alle Besitzer namentlich bekannt.
Der Name STEINERWIRT stammt von den Besitzern S t a i n e r (1746 - 1776). Am 8. März 1892 erwarb der Stoffenbauersohn aus Maishofen FRANZ HASENAUER die Liegenschaft (Der Kaufvertrag liegt noch bei uns auf). Seine Frau (Bild von 1895 im Vorhaus) starb früh. Der Witwer heiratete die Klinglerbauerntochter aus Saalfelden ANNA HÖLZL, die ihm 3 Töchter schenkte. Franz Hasenauer starb 1911 und seine Witwe Anna führte den Betrieb mit großem Fleiß weiter. 1918 heiratete sie den Feldwebel Sixtus Fink, der nach 6-wöchiger Ehe im 1. Weltkrieg fiel. Frau Anna führt nun mit ihren Töchtern Anna und Franzi den Betrieb und war geachtet und beliebt. Im Jahre 1923 heiratete sie Ludwig BERGER, sodaß nun im Grundbuch LUDWIG & ANNA BERGER als Besitzer des Hauses aufscheinen.
Nach dem Ableben des Ludwig Berger wurde 1940 die OHG "ANNA BERGER & TÖCHTER" gegründet, deren Gesellschafterinnen waren Anna Berger, Anna Hasenauer, später verehelichte Wiedemann und Franzi Kulbinger, geb. Hasenauer.
1957 trat die Tochter von Frau Anna Wiedemann, JULIANA SCHWANINGER, geb. Hasenauer in die OHG ein. Bis 1965 führten MARKUS und ANNA WIEDEMANN den Betrieb, unter deren Leitung er erweitert wurde. In den Jahren 1965 bis 1970 führte Frau Anna Wiedemann den Steinerwirt ganz allein und baute denselben weiter aus. In ihr verkörperte sich der Typ einer Gastwirtin mit Leib und Seele. Ihre Liebenswürdigkeit, ihr feines Wesen und ihr Einfühlungsvermögen waren allenthalten bekannt, und viele Gäste aus nah und fern kehrten immer wieder gerne in dieses gastliche Haus zurück.
1970 übernahm die Tochter JULIE mit ihrem Mann KARL SCHWANINGER (vorher Auerwirtsleute) den Betrieb, den sie am 1. Mai 1988 an ihren Sohn JOHANNES SCHWANINGER mit Frau VERONIKA weitergab. Von 1. Mai 2005 bis 30 November 2016 führten ihr ältester Sohn Johannes und seine Frau Gunda den Steinerwirt. Sie renovierten das Hotel von Grund auf und bereicherten das Wirtshaus mit vielen Kulturveranstaltungen.
Seit 1. Dezember 2016 pachten Julia Haidinger und Simon Schuster den Betrieb. Die neuen Wirtsleute waren bereits seit 2011 bzw. 2009 tragende Kräfte im Steinerwirt. Gemeinsam mit ihrem Team tragen sie Sorge, dass der Geist echter Gastfreundschaft weiterhin erhalten bleibt.

Wir danken dem Leiter des Pinzgauer Bezirksarchivs, Herrn Cavaliere Horst Scholz für die umfangreichen Recherchen und die tatkräftige Unterstützung auf der Spurensuche in unserer Vergangenheit!